• Kontakt
  • Impressum
  • Links
  • Sitemap
  • Suche:
  • Bonner Verein für gemeindenahe Psychiatrie e.V.
  • GVP Gemeinnützige Werkstätten Bonn
  • PRIMA Gemeinnützige Einrichtungen Bonn GmbH
  • Pauke Bonn GmbH, Pauke Life
  • Pauke Reha GmbH
  • Profil
  • Dienstleistungen
  • Bildung & Beschäftigung
  • Referenzen
  • Stellenangebote
  • Verbund Arbeit
  • Aktuelles
  • Kontakt
  • Anfahrtsbeschreibung

GVP  » Aktuelles

Aktuelles

CDU-Bundestagsabgeordnete besucht GVP Gemeinnützige Werkstätten in Beuel

Heil informiert sich über Arbeitsangebote für psychisch kranke Menschen

Die Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil (CDU) zeigt sich anlässlich ihres Besuchs bei der GVP Gemeinnützige Werkstätten Bonn GmbH sehr interessiert am pädagogischen Konzept und der Leistungsfähigkeit des Unternehmens, bei dem rund 340 psychisch kranke Mitarbeiter beschäftigt sind. Heil verschaffte sich in ihrer Funktion als Mitglied des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales einen Überblick über die Abläufe des Bonner Unternehmens. Bereits vor ihrem Bundestagsmandat hat sie als Architektin mit ihrem Büro unterschiedliche Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen geplant. Das Wissen über die Bedürfnisse der Menschen hier empfindet sie als wertvolles Rüstzeug für diesen Teil ihrer Aufgaben im Bundestag. 

Im Anschluss an die Besichtigung der Verwaltungs- und Arbeitsräume sowie des Hochregallagers zeigte sich die Andernacherin beeindruckt davon, dass neben verschiedenen Bundesministerien und der bayerischen Staatskanzlei auch Markenhersteller wie Haribo oder die Wirtgen-Gruppe zum Kundenstamm des gemeinnützigen Unternehmens zählen. „Die meisten unserer Mitarbeiter leiden unter erheblichen psychischen Einschränkungen. Die Beschäftigung bei der GVP schafft für sie den benötigten Schutz, ohne dass dadurch das Ergebnis der durch unsere Kunden nachgefragten Dienstleistungen beeinflusst würde. Es gelingt uns jederzeit absolut marktfähige Dienstleistungen in den Bereichen Konfektionierung, Versand, Lagerung und Montage anzubieten. Das bestätigen uns auch unsere Kunden,“ erklärt Wolfgang Pütz, Geschäftsführer der GVP.

Mechthild Heil (m.) informiert sich über die Arbeit der GVP-Mitarbeiter 

„Sich nach einer tiefen persönlichen Krise wieder in die Normalität zurückzukämpfen, ist für viele Menschen mit psychischen Problemen eine nahezu unlösbare Aufgabe. Arbeit spielt eine wesentliche Rolle auf dem Weg zurück zu einem strukturierten Tagesablauf. Sie dient häufig als Sinnstifter und hilft den Menschen Anker in ihrem Tagesablauf zu setzen. Durch das vorgelagerte Angebot einer Niederschwelligen Werkstatt wird der Einstieg in das Thema Arbeit für psychisch kranke Menschen bewusst erleichtert. Diesen Ansatz halte ich für absolut sinnvoll und kann ihn voll und ganz unterstützen,“ erklärt Mechthild Heil.

 

Soziale Nachhaltigkeit von Unternehmen gefordert

von Wolfgang Pütz, Geschäftsführung GVP Gemeinnützige Werkstätten Bonn GmbH

Behinderte Menschen brauchen den Mittelstand, der seinerseits in mehrfacher Hinsicht von der Integration behinderter und psychisch kranker Menschen profitieren kann.

Mindestens fünf Millionen Deutsche leiden jährlich an einer schweren psychischen Krankheit und sind dringend behandlungsbedürftig. Diese Aussage stammt von der Bundespsychotherapeutenkammer und zeigt, dass psychische Erkrankungen keine Randerscheinung mehr sind, sondern die Mitte unserer Gesellschaft erreicht haben. Die Integration behinderter oder psychisch kranker Menschen in das Arbeitsleben ist für die Betroffenen oft das wirkungsvollste Instrument einer erfolgreichen Rehabilitation. Der Gesetzgeber fördert diese Integration auf unterschiedlichste Weise und bietet Unternehmen die Möglichkeit, risikofrei gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen. So profitieren beispielsweise von der Bereitstellung betriebsintegrierter Arbeitsplätze neben den erkrankten Menschen schon heute viele Unternehmen in Deutschland, vom kleinen Betrieb in der Region bis zum weltweit tätigen Großkonzern. Sie verbinden auf diese Weise die Übernahme sozialer Verantwortung in ihrem Unternehmensumfeld mit wirtschaftlichen Vorteilen. 

Kritik an ausufernden Sozialausgaben greift zu kurz – Unterstützung psychisch kranker und behinderter Menschen gefragt wie nie zuvor

Der Präsident des Wirtschaftsrates der Bundesrepublik Deutschland, Prof. Dr. Kurt J. Lauk, kritisiert anlässlich der aktuellen Haushaltssituation zu Recht, dass die Ausgaben des Bundes für Soziales und Zinsen höher liegen als die Einnahmen aus Lohn-, Einkommens-, und Mehrwertsteuer zusammen. In der Debatte zu diesem Thema werden häufig „erschlichene“ Hartz-IV Leistungen als Ursache ausgemacht. Die notwendigen und weiter steigenden Ausgaben zur Förderung und Integration psychisch kranker und behinderter Menschen, die unverschuldet in eine Notsituation geraten sind, stellen jedoch die eigentlich Herausforderung für einen Schulterschluss von Wirtschaft und Politik dar.  Kardinal Lehmann kommentierte die sozialen Entwicklungen der vergangenen Jahre mit den Worten: “Wenn sich nichts ändert, wenn alles so bleibt, wie es ist, werden die Schwachen die Leidtragenden sein, weil sie in besonderer Weise auf die Absicherung eines funktionierenden Sozialstaates angewiesen sind.“ Die Rahmenbedingungen zur Verbesserung der Situation behinderter oder psychisch kranker Menschen werden vom Gesetzgeber vorgegeben. Wie diese ausgestaltet und genutzt werden, ist allerdings eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich vor dem Hintergrund einer steigenden Zahl von Betroffenen in einem krisengebeutelten Wirtschaftsumfeld neben der Politik auch Deutschlands Unternehmen stellen müssen. 

Verantwortung übernehmen und das Unternehmerbild wandeln

Gierige Banker, Massenentlassungen, Firmenpleiten – in der Wirtschaftskrise hat das Vertrauen der Menschen in eine funktionierende, sich selbst regulierende Marktwirtschaft erheblich gelitten. Dem daraus resultierenden Generalverdacht sehen sich leider auch die mehr als 2,8 Millionen kleineren, familiengeführten Betriebe mit weniger als 20 Mitarbeitern ausgesetzt. Unter diese Definition fallen 80 Prozent aller deutschen Unternehmen. Insbesondere die Verantwortlichen dieser Betriebe prägen durch enge persönliche Bindungen und ein hohes Maß an Respekt gegenüber Mitarbeitern und Unternehmensumfeld das Bild vom verantwortungsvollen Unternehmer. Obwohl das Wahrnehmen von Corporate Social Responsibility (CSR), sprich Unternehmensverantwortung, für diese Unternehmer seit jeher selbstverständlich ist, haben es viele schwer, sich in der aktuellen Situation dementsprechend zu positionieren. Angefangen bei der ausschließlichen Nutzung regenerativer Energien bis hin zum Sponsoring des regionalen Sportvereins hat CSR in den Unternehmen vor Ort unzählige Gesichter. Neben „grünen“ Maßnahmen unterstützen Unternehmer vor allem Aktivitäten im sozialen Umfeld ihres Betriebs. Dennoch werden die bereits existierenden Instrumente zur Integration behinderter und psychisch kranker Menschen in das Arbeitsleben noch zu selten genutzt. Und das obwohl die Umsetzung der vielfach erprobten Maßnahmen zu einer Win-win-Situation für Unternehmer, Mitarbeiter und nicht zuletzt die Staatskasse führt.

Arbeit als Brücke in die Normalität

Zur besseren Integration behinderter und psychisch kranker Menschen und damit zur Entlastung der Sozialhaushalte leistet der Gesetzgeber durch Eingliederungszuschüsse, begleitende Hilfen im Arbeitsleben und Unterstützungsleistungen der Integrationsfachdienste einen unverzichtbaren Beitrag. Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM) sind ein weiterer wichtiger Baustein für die Teilhabe am Arbeitsleben und bieten körperlich, geistig und seelisch behinderten Menschen geschützte Arbeitsplätze. Insbesondere die Zahl der Menschen, die an seelischen Erkrankungen oder Behinderungen leiden, wächst Jahr für Jahr. Auch im Arbeitsleben liegen mögliche Faktoren für eine zunehmende seelische Belastung eines Menschen, die dann mitunter zum Verlust des seelischen Gleichgewichtes über eine psychische Krise bis hin zu einer behandlungsbedürftigen Krankheit führen können. Als mögliche Auslöser nannten Arbeitsschutzexperten in einer Befragung der Initiative für Gesundheit und Arbeit bereits im Jahr 2004 „Zeitdruck“, „schlechtes Führungsverhalten“ und „Arbeitsplatzunsicherheit“.

Risikofrei für Unternehmer: Betriebsintegrierte Arbeitsplätze

In diesem Kontext stehen vor allem betriebsintegrierte Arbeitsplätze als übergangsfördernde Maßnahme. Sie stellen ein Angebot der Werkstätten dar und ermöglichen, dass Werkstattteilnehmer auf einem ausgelagerten Arbeitsplatz in einem Betrieb des allgemeinen Arbeitsmarktes unter Beibehaltung des WfbM-Rechtsstatus und in Verantwortung der Werkstatt tätig werden können. Unternehmen, die solche betriebsintegrierten Arbeitsplätze zur Verfügung stellen, können dies tun, ohne arbeits- oder kündigungsschutzrechtliche Risiken befürchten zu müssen. Ziel dieser Maßnahme ist im Idealfall die Übernahme und somit die Vermittlung in ein reguläres Arbeitsverhältnis. Betriebsintegrierte Arbeitsplätze werden von Unternehmen je nach Betriebsgröße und -ausrichtung für einzelne Teilnehmer oder ganze Gruppen angeboten. Der Werkstattträger fungiert dabei vor Ort als Vermittler und berät das kooperierende Unternehmen im Umgang mit dem Beschäftigten. Die Höhe des Arbeitsentgeltes orientiert sich an den jeweiligen leistungsabhängigen Lohnbemessungssystemen der Werkstätten.

Durch die kontinuierlichen Arbeitseinsätze außerhalb der Werkstatt werden insbesondere Selbstständigkeit, Leistungsfähigkeit und Selbstwertgefühl der Mitarbeiter gefördert. Eine Beschäftigung im Rahmen eines betriebsintegrierten Arbeitsplatzes ist somit für einen psychisch kranken oder behinderten Menschen die mit Abstand beste Vorbereitung im Hinblick auf den Übergang in ein normales Arbeitsverhältnis. Dass dieser Integrationsansatz funktioniert, beweist die Würth Group mit Sitz im baden-württembergischen Künzelsau in der gesamten Unternehmensgruppe. Darüber hinaus gründete Carmen Würth das Hotel „Anne-Sophie“ als Stätte der Kommunikation und Begegnung von Menschen mit und ohne Handicap. Ziel ist seit der Eröffnung des Betriebs im Jahr 2003, Menschen mit Behinderung in die Arbeitsabläufe eines Gastronomieunternehmens einzulernen. Neben der fachlichen wird dabei in Zusammenarbeit mit der „Beschützenden Werkstätte“ vor Ort auch die pädagogische Betreuung gewährleistet. Dadurch sollen die Kollegen mit Handicap langfristig befähigt werden, eine Stelle auf dem freien Arbeitsmarkt antreten zu können. Aktuell besteht das Team aus 42 Mitarbeitern. 19 Personen haben ein Handicap, zehn davon sind über die „Beschützende Werkstätte“ integriert.

„Wirtschaftlicher Erfolg und soziales Engagement – das geht zusammen!“

Eine weitere, darüber hinaus gehende Initiative der Wirtschaft ist in der Gründung von Integrationsunternehmen zu sehen. Diese sind per Definition rechtlich selbstständige Unternehmen, die zwischen 25 und im Regelfall 50 Prozent schwerbehinderte Menschen dauerhaft in sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen beschäftigen. Das Spektrum der Branchen, in denen Integrationsunternehmen tätig sind, reicht marktweit von sozialen Dienstleistungen über Industrie, Handel, Handwerk, Hotel- und Gaststättengewerbe bis hin zu Multimedia- und IT-Firmen. Auch hier kann ein Zusammenwirken von Wirtschaft und Politik helfen, Einstiegsschwierigkeiten zu überbrücken. So fördert das Landesprogramm „Integration Unternehmen!“ in Nordrhein-Westfalen gezielt die Schaffung neuer Arbeitsplätze für schwerbehinderte Menschen in Integrationsunternehmen. Um es mit den Worten des Ministers für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW, Karl-Josef Laumann, zu sagen: „Die schwerbehinderten Menschen in Integrationsunternehmen stellen unter Beweis, dass sie hochmotiviert, leistungsfähig und sehr zuverlässig sind. Unsere Botschaft lautet: Wirtschaftlicher Erfolg und soziales Engagement – das geht zusammen!“

Das Land Nordrhein-Westfalen stellt für dieses Projekt zehn Millionen Euro Investitionsförderung sowie Investitionshilfen im gleichen Umfang und zusätzliche Fördermittel aus der Ausgleichsabgabe zur Verfügung.

Von kleinen und großen Social Entrepreneurs

Von dieser Landesförderung profitierte unter anderem die Firma TROSERVICE GmbH & Co. KG, die 1992 als Familienunternehmen im rheinischen Troisdorf gegründet wurde und mit 100 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten im Bereich Betriebsgastronomie und Schulverpflegung tätig ist. TROSERVICE gründete im Sommer 2009 insgesamt sieben Integrationsabteilungen, darunter Schulmensen und eine Zentralküche. Dort arbeiten insgesamt 21 Beschäftigte, davon 14 Menschen mit Handicap. „Die Integrationsbetriebe erzeugen für uns eine positive Außenwirkung. Unsere Kunden – vor allem öffentliche Institutionen – berücksichtigen das soziale Engagement auch bei der Auftragsvergabe. Für unser Unternehmen ist das ein klarer Wettbewerbsvorteil!“, so der Geschäftsführer der TROSERVICE GmbH & Co. KG, Manfred Kohnen.

Im Rahmen der gesellschaftlichen Verantwortung der Wirtschaft kommt den Sozialunternehmern (Social Entrepreneurs), die im Kern am gesellschaftlichen Mehrwert orientierte Ideen als selbstfinanzierende Geschäftsideen umsetzen, in der Öffentlichkeit eine wachsende Bedeutung zu. Social Entrepreneurs treten den üblichen Vorurteilen bezüglich der Motivation profitorientierter Unternehmen durch die Ausrichtung ihres Geschäftsmodells entschieden entgegen. In diesem Zusammenhang gibt es bereits eine Reihe von Unternehmern, die ein großes Engagement für die Beschäftigung psychisch kranker und behinderter Menschen zeigen. Als ein herausragendes von vielen Beispielen ist der in Düsseldorf beheimatete Metro-Konzern zu nennen. Die DAX notierte Unternehmensgruppe engagiert sich seit Jahren für die berufliche Integration behinderter Menschen. Insgesamt beschäftigt die Metro in Deutschland rund 120.000 Mitarbeiter, von denen 4.350 schwerbehindert oder gleichgestellt sind. 47 behinderte Jugendliche standen im vergangenen Jahr in einem Ausbildungsverhältnis mit der Metro-Gruppe.  

 

Integration psychisch kranker Mitarbeiter hat sich bewährt

Auszubildender mit psychischem Handicap absolviert Ausbildung zum Fachlageristen mit Bravour – Unternehmen sind gefordert, ihre soziale Verantwortung zu übernehmen

„Allein der Bonner Verein für gemeindenahe Psychiatrie e.V. betreut jährlich 1.000 Menschen, die unter schweren psychischen Störungen leiden. Eine erfolgreiche berufliche Integration ist für sie extrem wichtig, dennoch gelingt dem überwiegenden Teil der Sprung in der ersten Arbeitsmarkt nicht“, erklärt Beate Simons, Geschäftsführerin der GVP Gemeinnützige Werkstätten Bonn GmbH und Vorstandsmitglied des Bonner Vereins. „Umso erfreulicher ist es, dass mit Marcel Kessel einer unserer ehemaligen Klienten mit seiner hervorragend bestandenen Ausbildung zum Fachlageristen gezeigt hat, dass psychisch kranke Menschen eine Chance verdient haben, ihre Leistungsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt unter Beweis zu stellen.“

Durch Perspektiven im Arbeitsleben aus der persönlichen Krise

Nachdem Kessel vor sieben Jahren seine Ausbildung in einem anderen Betrieb aufgrund von Mobbingattacken aus dem Kollegenkreis abbrechen musste, fiel er in ein tiefes Loch. „Ich hatte ernste psychische Probleme und war froh, als ich ein Jahr später einen Platz in den gemeinnützigen Werkstätten zugewiesen bekam. Wieder eine Ausbildung zu beginnen, war damals überhaupt kein Thema“, erinnert sich Kessel. „Die erste Zeit in der Werkstatt diente vielmehr dazu, mich wieder an strukturiertes Arbeiten zu gewöhnen. Vor zwei Jahren dann bot mir die GVP einen Ausbildungsplatz zum Fachlageristen an. Da musste ich nicht lange überlegen.“

GVP-Mitarbeiter M. Kessel und Lagermeister R. Stockhausen 

Mit der Gesamtnote „gut“ gehört Kessel zu den besten Auszubildenden seiner Klasse, sieht sich aber noch nicht am Ende seines beruflichen Weges angekommen: „Ich habe meine Ausbildung um ein Jahr verlängert, um den weiterführenden Abschluss der ‚Fachkraft für Lagerlogistik’ erreichen. Wenn ich drei Jahre in diesem Beruf gearbeitet habe, habe ich sogar die Möglichkeit, meinen Meister zu machen.“ Kessels Ausbilder und Lagermeister bei der GVP Ralf Stockhausen freut sich über den positiven Werdegang seines Mitarbeiters: „Ich bin sehr stolz auf Herrn Kessel. Man kann seine Leistung gar nicht hoch genug einschätzen. Schließlich hat er es aus einer schweren psychischen Krise heraus von einem betreuten Klienten bis auf den ersten Arbeitsmarkt geschafft. Das ist außergewöhnlich!“

Unternehmen sehen häufig Integrationshürden, wo keine sind

„Betriebsintegrierte Arbeitsplätze sind der beste Weg zur Integration psychisch kranker Menschen“, stellt Simons klar. Unter anderem die Stadt Bonn, die Johann & Konen GmbH & Co. KG und Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) nehmen diesbezüglich in Bonn eine Vorbildfunktion ein und bieten Mitarbeitern der GVP entsprechende ausgegliederte Arbeitsplätze. „Viele Firmen schrecken davor zurück, betriebsintegrierte Arbeitsplätze für psychisch kranke Menschen zur Verfügung zu stellen, da sie arbeitsrechtliche und kündigungsschutztechnische Hürden befürchten. Dabei hat der Gesetzgeber vorgesehen, dass die Mitarbeiter auch im Fall der Betriebsintegration weiterhin über die jeweilige Werkstatt für behinderte Menschen angestellt sind. Anbieter von betriebsintegrierten Arbeitsplätzen zu werden, geschieht also weitgehend risikofrei, zumal lediglich die anfallenden Leistungsprämien zu zahlen sind“, erklärt die GVP-Geschäftsführerin.

  

Betriebsausflug führt GVP-Beschäftigte über den Rhein nach Köln

Schokoladenmuseum, kulinarischer Altstadtspaziergang oder ein Besuch im Sport- und Olympiamuseum – die rund 300 Beschäftigten der GVP Gemeinnützige Werkstätten Bonn, die Geschäftsführung, Fachanleiter und Mitarbeiter des Sozialen Dienstes hatten Anfang Juli anlässlich des jährlichen Betriebsausflugs die sprichwörtliche „Qual der Wahl“. 

 

Gemeinschaftlich von Werkstattrat und Sozialem Dienst organisiert, führte der diesjährige Betriebsausflug mit dem eigens angemieteten Schiff über den Rhein von Bonn nach Köln. Dort angekommen erwies sich der Altstadtspaziergang als Favorit der Mitarbeiter, dicht gefolgt von einem Besuch im Schokoladenmuseum.

Nach ereignisreichen neun Stunden endete der Betriebsausflug am Bonner Rheinufer mit vielen positiven Rückmeldungen der Mitarbeiter.

 

 

GVP präsentiert sich den Gästen des RC Annaberger Hof

Der Geländetag des Bonner Reit Clubs Annaberger Hof gehört zu den beliebtesten  Turnieren seiner Art im Bonner Umland. Die GVP Gemeinnützige Werkstätten Bonn GmbH nutzte die Gelegenheit und präsentierte sich und seine Dienstleistungen den Anwesenden Gästen im Rahmen seines Sponsoring-Engagements.
 

 

„Unser Ziel ist es die GVP als soziales Unternehmen und gleichzeitig leistungsstarken Dienstleister zu den unterschiedlichsten Anlässen im Großraum Bonn/Rhein-Sieg zu präsentieren. Die Veranstaltung des Reit Clubs bietet uns eine besondere Plattform, um eine ganze Reihe interessanter Kontakte zu knüpfen“, erklärt Mike Robertz von der GVP.

 Neben den Cross-Country-Wettbewerben wurden die Zuschauer auf der Bonner Höhe beim diesjährigen Geländetag außerdem durch Dressur- und Springprüfungen unterhalten.

 

Gleichberechtigte Teilhabe – Vision oder Realität?

Integrative Arbeits- und Beschäftigungsmodelle für psychisch erkrankte Menschen
Von Beate Simons, Birgit Weißleder und Dorte Cancel

In letzter Zeit wird zunehmend gefordert, psychisch erkrankte Menschen mit Unterstützungsbedarf an der Grenze zwischen Werkstatt und allgemeinem Arbeitsmarkt forciert ins Blickfeld zu nehmen. So sprechen sich beispielsweise die Bund-Länder-Arbeitsgruppe und die Arbeits- und Sozialministerkonferenz der Länder für eine Schaffung von Beschäftigungsalternativen zur Werkstatt für behinderte Menschen aus.

Psychische Erkrankungen nehmen zu
Zum Hintergrund ist zu bemerken, dass psychische Erkrankungen gehäuft festgestellt werden. Psychische Beeinträchtigungen und psychosoziale Probleme stellen für Langzeitarbeitssuchende ein erhebliches Hemmnis für eine Tätigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt dar. Aus dem Gesundheitsreport 2009 der Deutschen Angestellten-Krankenkasse geht hervor, dass Erwerbspersonen mit der Diagnose einer psychischen Erkrankung merklich häufiger krankgeschrieben werden als Personen ohne eine psychische Diagnose. Durchschnittlich wurden für Personen mit einer psychischen Diagnose 2008 27,6 Fehltage erkrankungsbedingt am Arbeitsplatz ermittelt. Personen ohne entsprechenden Befund fehlten demgegenüber durchschnittlich lediglich 9,9 Tage.
Zudem sind die Anforderungen der Arbeitswelt deutlich gestiegen. Dies macht es psychisch erkrankten Menschen besonders schwer, beruflich auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eingegliedert zu bleiben oder integriert zu werden. Erschwerend kommen nicht regelhaft gelöste Hindernisse zur Teilhabe am Arbeitsleben hinzu. Eine Änderung der Werkstättenordnung ist beispielsweise unverzichtbar, damit auch so genannte virtuelle Werkstätten als Teil eines Werkstattverbundes anerkannt werden.

Wachsender Anteil von psychisch erkrankten Menschen in Werkstätten
Der Anteil psychisch erkrankter oder beeinträchtigter Menschen steigt in den Maßnahmen der beruflichen und medizinischen Rehabilitation, der Arbeitsförderung und in den Werkstätten für behinderte Menschen (WfbM). Insgesamt rund 16 Prozent betrug laut Studie der Gesellschaft für Integration, Sozialforschung und Betriebspädagogik (ISB) die bundesweite Zunahme an Werkstattplätzen von 2001 bis 2006. Als eine Ursache wird der wachsende Anteil der so genannten Quereinsteiger benannt. Diese weisen ganz überwiegend eine seelische Behinderung auf.
Auf die damit verbundenen steigenden Ausgaben haben die Sozialversicherungsträger reagiert. So strebt im Rheinland der Landschaftsverband an, drei Prozent aller beschäftigten Mitarbeitenden der WfbM innerhalb von zwei Jahren auf Arbeitsplätze des allgemeinen Arbeitsmarktes zu integrieren. Dies gilt sowohl für Beschäftigte, die im Berufsbildungsbereich als auch im Arbeitsbereich tätig sind.
Denn bislang liegt die Zahl der Übergänge von einer Werkstatt für behinderten Menschen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt nur bei zirka 0,17 Prozent, wobei erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Bundesländern bestehen. Umgekehrt erfolgen mehr als zwei Prozent der Zugänge in Werkstätten aus Betrieben des allgemeinen Arbeitsmarktes.
Deshalb befinden sich nicht zuletzt viele Werkstätten und andere Dienste und Einrichtungen auf dem Weg, diesen Grenzbereich zu schließen. Es entstanden in letzter Zeit eine Reihe von personenzentriert weiterentwickelten Hilfen zur Sicherung der Teilhabe am Arbeitsleben. Zum einen für psychisch erkrankte Menschen, die in einer Werkstatt tätig sind. Zum anderen Maßnahmen für Langzeitarbeitslose mit erheblichen Vermittlungshemmnissen nach Sozialgesetzbuch (SGB) II. Beispielhaft wird dies am Standort Bonn verdeutlicht.

Betriebsintegrierte Arbeitsplätze
Der Deutsche Verein für öffentliche und private Fürsorge hat in seinen Empfehlungen vom März 2009 konstatiert, dass betriebsintegrierte Arbeitsplätze einen sinnvollen Beitrag zur dauerhaften Teilhabe von Menschen mit Behinderungen, aber auch zum Übergang von der Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt leisten.

Seit Herbst 2008 bieten die Gemeinnützigen Werkstätten Bonn (GVP) ihren Beschäftigten externe Einzelarbeitsplätze auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt an. Ziel des Angebots ist es, ein den Neigungen, Fähigkeiten und der Ausbildung des Einzelnen entsprechendes Beschäftigungsverhältnis zu schaffen, mit der Orientierung, eine dauerhafte Integration auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt zu erreichen. Im Fokus stehen daher nicht ausschließlich die leistungsstärksten Werkstattbeschäftigten. Es geht vielmehr um die generelle Vermittlung von beeinträchtigten Menschen auf passgenaue Arbeitsplätze des allgemeinen Arbeitsmarktes. Dabei kann es sich auch um so genannte Nischenarbeitsplätze handeln. Mit der Maßnahme wird dem psychisch beeinträchtigten Menschen ermöglicht, in den normalen Arbeitsalltag von Unternehmen hineinzuwachsen.
Damit eine möglichst hohe Vermittlungsrate in Arbeitserprobungen erzielt wird, findet zunächst eine intensive Vorbereitungsphase statt. Auf der Grundlage eines individuellen Förderplans, der unter Einbeziehung der Teilnehmer erarbeitet wird, wird der Maßnahmeablauf kleinschrittig geplant und im weiteren Verlauf angepasst. Im Anschluss daran erfolgt ein externes Praktikum auf dem vorgesehenen Arbeitsplatz. Die Akquise der passgenauen Arbeitsplätze wird durch die Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung in enger Absprache mit dem Integrationsfachdienst koordiniert. Mit erfolgreichem Abschluss wird das Beschäftigungsverhältnis als betriebsintegrierter Arbeitsplatz fortgeführt. Es findet eine sehr enge und regelmäßige Betreuung am Arbeitsplatz statt. Der arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Status sowie die Vergütung der Beschäftigten lehnen sich an den Bestimmungen der WfbM an.

Von der Werkstatt in den Betrieb – das Beispiel Frau B.
Frau B. nimmt seit dem 25. Mai 2009 an der Maßnahme teil. Davor war sie mehr als fünfzehn Jahre im Rahmen der Eingliederungshilfe in der GVP im Bereich Elektrorecycling und Versand tätig. Sie ist stark beeinträchtigt durch eine psychomotorische Verlangsamung, eine deutlich herabgesetzte Leistungsfähigkeit sowie durch Konzentrations- und Auffassungsschwierigkeiten.
Bereits im Herbst 2008, als das neue Angebot erstmals allen Werkstattbeschäftigten vorgestellt wurde, äußerte sie Interesse mit sehr konkreten Vorstellungen an ihren gewünschten Tätigkeitsbereich. Sie strebte an, in einer Bäckerei in Teilzeit Hilfstätigkeiten auszuführen. Ihr Wunsch war: kein direkter Kundenkontakt und kein Einsatz im Kassenbereich. Daran anknüpfend begann die individuelle Vorbereitung, die gemeinsame Fortschreibung des individuellen Förderplans, Praktikumsakquise und Bewerbungstraining beinhaltete.
Trotz ihrer Ausschlusskriterien gelang es, als Einsatzort für Frau B. eine Bäckereifiliale im Zentrum von Bonn zu finden, wo sie Ende September nach einem Vorstellungsgespräch einstieg.
Seit dieser Zusage blüht Frau B. auf. Die Bäckerei stellt Frau B. eine Praktikumsanleiterin zur Seite, zudem erhält sie Unterstützung durch die Integrationsbegleiterin der GVP. Folgende Hilfetätigkeiten sind zu erledigen: Brötchen schmieren und belegen; Salat waschen; Tomaten, Gurken sowie Eier schneiden; Spülmaschine ein- und ausräumen; Geschirr im Cafébereich abräumen; Tische abwischen und diverse Reinigungsarbeiten.
Es zeigt sich, dass Frau B. eine enge personelle Anbindung und tägliche Rückmeldungen benötigt. Obwohl Frau B. hoch motiviert ist, kommt es aufgrund ihrer verminderten Auffassungsgabe immer wieder zu Missverständnissen. Auch bei hohem Arbeitsaufkommen in der Bäckerei kann sie ihre Bedürfnisse nicht zurückstellen. Sie kann Situationen nicht adäquat einschätzen. Hinzu kommen Beschwerden von Kunden, weil Frau B. bei der Belegung der Brötchen die hygienischen Vorschriften nicht stets einhält. Als weniger problematisch erweisen sich dagegen fehlende Fähigkeiten, wie z.B. herabgesetztes Durchhaltevermögen und geringe Konzentrationsspanne.
In nächster Zeit steht ein Auswertungsgespräch mit Frau B.s Anleiterin und Fachkraft an. Es geht darum, zu erörtern, ob das Praktikum als Vorbereitung für eine Beschäftigung auf einem betriebsintegrierten Arbeitsplatz fortgesetzt werden soll. Obwohl aus den obigen Gründen das Praktikum möglicherweise nicht verlängert werden kann, hat Frau B. bisher vielschichtige Erfahrungen sammeln können. Letztendlich müsste so lange gesucht werden, bis für Frau B. ein passgenauer Arbeitsplatz gefunden wäre. Dies könnte zum Beispiel in der Küche eines Restaurants sein, wo sie ohne Kundenkontakt ist. Bis dahin könnte die Zeit für ein intensives Kompetenztraining genutzt werden.

Wie die Geschichte von Frau B. exemplarisch zeigt, kann es gelingen, auch langjährige Werkstattbeschäftigte mit entsprechenden Voraussetzungen zu motivieren, auf einen betriebsintegrierten Arbeitsplatz zu wechseln und wertvolle Erfahrungen zu machen. Aber der bisherige Verlauf zeigt auch, dass die vorgesehene dreimonatige Vorbereitungsphase in der Regel zu kurz ist. Insbesondere soziale Kompetenzen spielen eine außerordentlich wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration auf einen betriebsintegrierten Arbeitsplatz. Gemeint sind damit vor allem Anpassungsfähigkeit, Flexibilität und Frustrationstolerenz sowie die angemessene Äußerung von Bedürfnissen. Deshalb bleibt abzuwarten – auch wenn bei zirka 20 Prozent der Werkstattbeschäftigten das Angebot auf einen betriebsintegrierten Arbeitsplatz auf Interesse gestoßen ist – , wie viele davon am Ende auf einen ausgelagerten Arbeitsplatz vermittelt werden.

Berufliches Profiling plus
Im Mittelpunkt des im November 2009 gestarteten Projekts stehen Menschen mit erheblichen Vermittlungshemmnissen (SGB II), die vermutlich ihre Ursache in einer psychischen Beeinträchtigung haben. Hierbei handelt es sich insbesondere um Personen, bei denen noch unklar ist, ob sie für mindestens drei Stunden am Tag auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt erwerbsfähig sind.
Die herkömmlichen Instrumente der Arbeitsförderung wirken häufig nicht, weil sie nicht den besonderen Fähigkeiten, Einschränkungen und Bedürfnissen von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen entgegenkommen. Dies führt dazu, dass sie entweder nacheinander mehrere Maßnahmen ohne erkennbaren Erfolg durchlaufen oder gänzlich frustriert untätig sind.
Es findet mit jedem Teilnehmer ein Profiling statt, durchgeführt durch den Bonner Verein für gemeindenahe Psychiatrie. Die Personen werden durch das Reha-Team der ARGE Bonn zugewiesen. Das zielgruppenspezifische Assessment erfolgt zur Abklärung der Erwerbsfähigkeit und der Notwendigkeit von weiteren Hilfen durch psychiatrische Fachkräfte.
Bei seelischen Erkrankungen besteht in der Regel ein wechselseitiger Zusammenhang zwischen dem Krankheitsbild und der Lebenssituation. Die berufliche Situation kann also Auslöser einer psychischen Problematik oder Ausdruck einer in anderen Bereichen begründeten Belastung sein – oder beides. Daher wird die gesamte Lebenssituation der Teilnehmer in den Blick genommen. Hierfür stehen vielfältige Diagnostikmethoden zur Verfügung, z.B. Anamnese, IDA und Cogpack. Anknüpfend an diese Erkenntnisse wird das relevante Umfeld der Teilnehmer mit einbezogen. In diesem Rahmen können auch aufsuchende Gespräche mit Ärzten, Angehörigen, Freunden etc. stattfinden.
Zum Ende der maximal dreimonatigen Clearingphase wird ein individueller Hilfeplan mit Vorschlägen zu weiteren Perspektivplanungen und Zielvereinbarungen erstellt. Dieser bildet das zentrale Steuerungsinstrument, mit dem alle Beteiligten weiterarbeiten können.

Arbeitsgelegenheiten
Seit Inkrafttreten des SGB II im Jahr 2005 können Arbeitsgelegenheiten (AGH) mit Mehraufwandsentschädigung durchgeführt werden. Der Bonner Verein für gemeindenahe Psychiatrie bietet zwanzig solcher Arbeitsgelegenheiten für Kunden der ARGE an. Das spezifische Angebot wurde vor dem Hintergrund entwickelt, dass es sich für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen außerordentlich schwierig gestaltet, einen Wiedereinstieg in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu finden. Standardisierte Förderinstrumente greifen bei ihnen oft nicht.
Dieser Erkenntnis wird Rechnung getragen, indem – ausgehend von dem persönlichen Leistungsvermögen, der Erwerbsbiografie und den Fähigkeiten – für jeden der berufliche Wiedereinstieg individuell geplant, vorbereitet und begleitet wird. Dies findet seinen Ausdruck darin, dass

  • die Arbeitszeit mit dem Teilnehmer persönlich vereinbart wird; sie umfasst 15 bis 30 Stunden pro Woche;
  • die Teilnehmer entsprechend ihrem individuellen Hilfebedarf personelle Begleitung durch ein so genanntes Job-Coaching erhalten;
  • die Arbeitsmarktfähigkeit der Teilnehmer durch entsprechende Diagnostikverfahren getestet wird;
  • ein Kontingent flexibel auf den individuellen Bedarf gerichteter Arbeitsgelegenheiten vorgehalten wird. Hierfür greift der Bonner Verein auch auf seine Tochtergesellschaften zurück. In der Praxis zeigt sich, inwieweit die Teilnehmer den Anforderungen der Tätigkeit gewachsen sind. Leistungsvermögen, Belastungsgrenzen und Anforderungen an das Arbeitsumfeld werden im Verlauf der Maßnahme deutlich;
  • speziell an dem Bedarf der Teilnehmer ausgerichtete qualifizierungsbegleitende Gruppenkurse erfolgen, z.B. Kommunikations-, Konzentrations- und Bewerbungstraining.

Die Arbeitsgelegenheiten dienen somit nicht nur als Förder-, sondern auch als Diagnoseinstrument. Nach Ablauf des zwölfmonatigen Förderzeitraums ist es in der Regel möglich, fundierte Aussagen hinsichtlich der Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit der einzelnen Teilnehmer zu treffen und geeignete Anschlussperspektiven zu empfehlen.

Berufsausbildung
Die Vermittlungschancen für psychisch erkrankte Menschen ohne Ausbildung sind verschwindend gering. Daher bildet die GVP vier Menschen mit psychischen Erkrankungen zu Fachlageristen aus. Es handelt sich um eine zweijährige Ausbildung mit der Option, nach dem Berufsabschluss vor der Industrie- und Handelskammer die Ausbildung um ein weiteres Jahr zur Fachkraft für Lagerlogistik fortzusetzen. Die Auszubildenden sind im Bereich der Lagerwirtschaft tätig, der über Hochregallager mit insgesamt über 8000 Palettenstellplätzen verfügt. Daneben besuchen sie die für den Ausbildungsberuf zuständige Berufsschule in Köln. Ergänzend bietet der Arbeitgeber auf das Berufsfeld abgestimmten Unterricht an. Zurzeit befinden sich drei Männer und eine Frau in der Berufsausbildung. Zuvor waren alle männlichen Azubis in der Werkstatt beschäftigt; die Frau war als AGH-Kraft tätig. Die Vorbereitung auf die Vermittlung in den Ausbildungsplatz erfolgte durch den Integrationsfachdienst, der auch die Begleitung am Arbeitsplatz übernimmt. Im Rheinland handelt es sich bei den Mitarbeitern des Integrationsfachdienstes um spezielle Fachkräfte, die für den Umgang mit psychischer Beeinträchtigung qualifiziert sind. Die Erfahrungen sind bislang sehr positiv auf allen Seiten. Vor diesem Hintergrund sollen perspektivisch die Ausbildungsmöglichkeiten für psychisch erkrankte Menschen erhöht werden. So ist angedacht, in der Verwaltung Ausbildungsplätze zum Bürogehilfen zu schaffen.
Selbstverständlich gibt es neben den dargestellten teilhabeorientierten Hilfen noch weitere Regionen in Deutschland, in denen neue flexible Angebotsformen geschaffen wurden. Stellvertretend seien hier das Projekt Safari in Saalfeld (Thüringen)* und das Projekt Kopernikus in Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)** genannt.
Mit diesen guten Praxisbeispielen können für eine Vielzahl von Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen neue Wege ins Arbeitsleben eröffnet werden. Somit können wichtige „Etappenziele“ in Richtung der von der UN-Konvention postulierten Inklusion der Hilfen zur Teilhabe am Arbeitsleben erreicht werden.
Trotz der erfolgreichen Schaffung neuartiger Hilfeformen ist die Arbeits- und Beschäftigungssituation von Menschen mit psychischen Erkrankungen nach wie vor unbefriedigend. Gleichzeitig ist die Bedeutung von Arbeit und Beschäftigung für psychisch erkrankte Menschen unbestritten. Weit über den Einkommenserwerb hinaus stellt jedes Beschäftigungsverhältnis einen höchst wirksamen Integrationsfaktor dar. Dies ist deshalb so bedeutsam, da darüber Kontakte, Zugehörigkeit, Tages- und Wochenstruktur sowie Aktivierung erreicht werden. Auch psychisch erkrankte Menschen selbst geben Arbeit sehr häufig als vorrangiges Ziel an.
Das bestehende Instrumentarium der Hilfe und Förderung Arbeitssuchender berücksichtigt die besonderen Bedürfnisse psychisch erkrankter Menschen oft nicht ausreichend. Vielfach wird auf spezifische Förderkonzeptionen verzichtet. Deshalb macht es Sinn, ein Element wie die Werkstatt für die Teilhabe von Personen mit Unterstützungsbedarf im Arbeitsleben zu nutzen. Diese sind mit ihrem kompakten Know-how geradezu prädestiniert für die maßgebliche Mitwirkung an der weiteren Flexibilisierung und dem bedarfsgerechten Aus- und Aufbau der Hilfen. Letztendlich ist aber auch klar, dass neben der Werkstatt als zentraler Baustein weitere Alternativen zur Teilhabe am Arbeitsleben in diesen Prozess einzubeziehen sind.

Was bringt die neue Regierung?
Mit Spannung wird deshalb verfolgt, wie die neue Bundesregierung die in der alten Legislaturperiode begonnenen Überlegungen zur Reform der Eingliederungshilfe für behinderte Menschen fortführen will. Im Koalitionsvertrag ist eine Reform des Kinder- und Jugendhilferechts (SGB VIII) vorgesehen. Dabei sollen Schnittstellenprobleme zwischen Jugendhilfe und anderen Hilfesystemen abgebaut werden, insbesondere für junge Menschen mit Behinderungen. Auch eine Effizienzsteigerung der Arbeitsmarktinstrumente ist angedacht, damit Arbeitssuchende mit spezifischen Schwierigkeiten erfolgreich in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt werden. Zudem plant die neue Koalition die Erstellung eines Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen.
Unabhängig von diesen Vorhaben wird die Regierung sich daran messen lassen müssen, wie sie tatsächlich die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Arbeitsleben sicherstellt. Fakt ist: Wir brauchen ein dichtes Netz an Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten, damit niemand verloren geht. Wir müssen unsere Anstrengungen verstärken, gleichberechtigte Teilhabe für alle Menschen in Deutschland zu schaffen, damit Übergänge in den allgemeinen Arbeitmarkt keine Seltenheit bleiben.

Beate Simons ist Vorstandsmitglied des Bonner Vereins für gemeindenahe Psychiatrie e.V.
Birgit Weißleder ist Leiterin des Bereichs Organisationsentwicklung des Bonner Vereins
Dorte Cancel ist im Bereich Integrationsbegleitung der Gemeinnützigen Werkstätten Bonn GmbH (GVP) tätig.

Kontakt:
Bonner Verein für gemeindenahe Psychiatrie e.V.
Maarstraße 98a
53227 Bonn
Tel.: (02 28) 9753-132
Telefax: (02 28) 9753-199
E-Mail: weissleder@bonner-verein.de
Web: www.bonner-verein.de
 
*  www.bildungszentrum-saalfeld.de/web/cms/front_content.php?idcat=136
    www.bildungszentrum-saalfeld.de/web/cms/front_content.php?idart=166
** www.diakoniezuessow.de/160.0.html

 

Zusammenarbeit zwischen GVP und Schmidt Verpackungsfolien eine Erfolgsgeschichte

Größter Hersteller von Verpackungsbeuteln in NRW ermöglicht psychisch kranken Mitarbeitern eines Auftragnehmers
Einblick in die Produktion


„Mit unseren früheren Dienstleistern waren wir bei weitem nicht so zufrieden wie mit Ihnen“, erklärt Wolfgang Schmidt, Geschäftsführer der Schmidt Verpackungsfolien GmbH den fünfzehn GVP-Mitarbeitern, die der Einladung des Unternehmers gefolgt sind und sich die Produktionsräume des Königswinterer Betriebes ansehen.

„Die Zusammenarbeit mit den Gemeinnützigen Werkstätten in Bonn (GVP) hat sich für unser Unternehmen gleich in mehrfacher Hinsicht ausgezahlt“, sagt Schmidt. „Mit der Beauftragung der GVP haben wir für uns zusätzliche Kapazitäten geschaffen und gleichzeitig die Qualität unserer Endprodukte erheblich verbessert“. Schmidt lobt dabei ausdrücklich die Arbeit der psychisch kranken Mitarbeiter seines Bonner Auftragnehmers, deren Aufgabe es unter anderem ist die Verpackungsbeutel des Auftraggebers für den Verkauf im Großhandel zu konfektionieren und abzupacken.



Neben den wirtschaftlichen Aspekten spielen für den 55-jährigen Familienunternehmer aber auch gesellschaftliche Gesichtspunkte bei der Beauftragung der GVP eine Rolle: „Psychisch kranken Menschen traut man im Allgemeinen keine stabilen Arbeitsleistungen zu. Unsere Zusammenarbeit ist das beste Beispiel dafür, dass das nicht stimmt. Mitarbeiter und Produkte sind absolut fit für den Markt.“ Wolfgang Pütz, Geschäftsführer der GVP Gemeinnützigen Werkstätten Bonn GmbH freut sich über das Lob in Richtung seiner Mitarbeiter und unterstreicht, dass von der Zusammenarbeit letztlich „alle Seiten profitieren.“

Das Schmidt Verpackungsfolien GmbH stellt seit 1961 Verpackungen für beispielsweise Lebensmittel, Gewürze, Tee oder Schreibwaren her und zählt heute mit mehr als 40 Mitarbeitern zu den führenden Anbietern von Verpackungsbeuteln bundesweit.

 

Bonner Runde zeigt GVP-Lager in ungewohntem Licht

Mit Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch, diskutierten im Rahmen der Bonner Runde des Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) unter anderem Finanzexperten, Wirtschaftsförderer und Unternehmer die Rahmenbedingungen für den Mittelstand an Rhein und Sieg. Die Veranstaltung, die in den Lagerhallen der GVP stattfand, überraschte die rund 100 geladenen Gäste mit einer ungewöhnlichen, weil stimmungsvollen Lageratmosphäre.

  

Ein weiterer Höhepunkt des Abends bestand in der Ehrung der Deutschen Reihenhaus AG als Sieger der „1. Rheinischen Meisterschaft im Bleigießen". Die Bleigieß-Aktion wurde zum Jahreswechsel gemeinschaftlich von GVP, BVMW und rheinland relations ins Leben gerufen. 

Der Sieger-Beitrag der Deutschen Reihenhaus AG

 

Die GVP ist ein zertifizierter „Pressepost mit PREMIUMADRESS“-Dienstleister der Deutschen Post AG.

Dieses Zertifikat stellt sicher, dass alle Anforderungen bezüglich Druckqualität, Layout und maschineller Weiterverarbeitung den „Pressepost mit PREMIUMADRESS“-Anforderungen der Deutschen Post AG ensprechen.
 
PREMIUMADRESS ist ein Adresspflege-Service der Deutschen Post AG. Auf Basis der Aussendungen, der Überprüfung durch den Zusteller und des Abgleichs mit den Datenbanken der Deutschen Post AG (Umzugs, Verstorbenen- und Unzustellbarkeitsdatenbank) liefert PREMIUMADRESS kontinuierlich aktuelle und korrigierte Adressen. Spezielle Data-Matrixcodes auf den Sendungen ermöglichen die reibungslose Zustellung und die zeitnahe Adresskorrektur. Die korrigierten Adressinformationen erhält der Vertragspartner anschließend als elektonische Daten von der Deutschen Post AG.

 

 

 

Rege Teilnahme an 1. Rheinischen Meisterschaften im Bleigießen

Die Gemeinnützigen Werkstätten Bonn riefen Ende vergangenen Jahres gemeinsam mit dem Bundesverband Mittelständische Wirtschaft (BVMW) Firmen aus der Region zur Teilnahme an der ersten rheinischen Bleigießmeisterschaft auf. Eine Vielzahl von Unternehmen folgte dem Aufruf und empfahl sich mit phantasievollen Einsendungen für den hochwertigen Siegerpokal und das von der Bonner PR-Agentur rheinland relations zur Verfügung gestellte Preisgeld in Höhe von 500€.

Die GVP dankt allen Einsendern und wird in Kürze an dieser Stelle die besten Einsendungen veröffentlichen.  

In Kooperation mit: 

BVMW Logo Rheinland Relations Logo


GVP zu Besuch bei der Firma Wirtgen

Am 18.09.08 war es soweit, die Abteilung Manuell 3 folgte einer Einladung der Firma Wirtgen zu einer Werksbesichtigung. Der Ausbildungsleiter Herr Hecking führte die Mitarbeiter in 2,5 Stunden durch die komplette Fertigung. Danach war noch Zeit für einen Film in dem die weltweite Präsenz und das rasante Wachstum der Firma Wirtgen dargestellt wurde.

Die Mitarbeiter haben sich sehr über die Einladung gefreut und waren beeindruckt über die Größe des Unternehmens, für das die GVP schon seit längerer Zeit Konfektionierungs- und Montagearbeiten abwickelt.

 

"Wichtiges Zeichen"

Die Gemeinnützigen Werkstätten Bonn (GVP) haben am Donnerstag ihren Erweiterungsbau am Pfaffenweg 47 eröffnet. Die Geschäftsführer (von links) Wolfgang Pütz und Beate Simons sowie Jutta Naumann vom Werkstattrat übernahmen den symbolischen Schlüssel von Klaus Heuser, Leiter des Rheinischen Sozialamtes im Landschaftsverband, und dem Architekten Alexander von Canal. Der Staatssekretär im NRW-Sozialministerium, Stefan Winter, begrüßte die Erweiterung als "wichtiges Zeichen für die Zukunft der Menschen mit psychischer Behinderung", die in der Einrichtung für Versand- und Verpackungsservice und Lagerwirtschaft arbeiten.

ca/FOTO: MAX MALSCH 17.03.2007

 


  • Drucken
  • Seitenanfang